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Dreiländergiro 2017 – eine Grenzerfahrung

Die Teilnahme am Dreiländergiro stand letztes Wochenende auf dem Plan von Kai, Holger und Frank. Die Veranstaltung ist eigentlich ein Garant für eine anspruchsvolle aber schöne Tour bei schönstem Wetter.  Schon das Einrollen am Freitag ließ keine Wünsche offen. Temperaturen vom Feinsten und schöne Sicht auf die Berge.

Auch die kleine Vorbelastung am Samstag fand bei sommerlichen 28° und angenehmen Wind statt.

Niemand wollte so richtig dran glauben, das der Sonntag laut Wettervorhersage eine komplette Katastrophe werden sollte. Selbst die Einheimischen sprachen nur von „Spritzern“ die kommen sollten.

Leider kamen die ersten Gewitter gegen 4 Uhr in der Nacht die sich dann auch bis zum Start nicht verziehen wollten. Kurz vor dem Start zeigte die Gewitterkarte kein gutes Bild am Stelvio.

Gewitterzellen am Stelvio

Für Kai, der den Dreiländergiro schon öfters gefahren hat, stand schnell fest, das er sich die Tour im Dauerregen und mit Gewittern am Stilfser Joch nicht antuen würde. Holger und Frank wollten ihre Premiere aber auf jeden Fall angehen und auf der Strecke entscheiden, wie weit es am Ende des Tages dann wirklich geht.

Der Start um 6:30 fand dann bei Dauerregen und knappen 12° statt. Das Teilnehmerfeld war aber aufgrund der Wetterbedingungen recht übersichtlich. Anstelle von sonst 3000 Teilnehmern für beide Strecken, standen geschätze magere 800 hartgesottene am Start.

Start im Dauerregen

Der Veranstalter hatte die Gewitterwarnungen für das Stilfser Joch bekanntgegeben und  jedem frei gestellt zu Starten. Holger und Frank begrüßten sich noch kurz in der Startaufstellung und sprachen sich  Mut zu. Pünktlich um 6:30 fiel der Startschuss und die Meute zog los.

Auf den ersten Kilometern sortierte sich das Feld und Frank orientierte sich zügig ins vordere drittel da die Sturzgefahr vorne in der Regel etwas geringer ist als hinten. Das Tempo war mit knappen 40km/h recht moderat und jeder brauchte so seine Zeit um sich an die doch extrem schwierigen Bedingungen zu gewöhnen. Die erste Abfahrt runter nach Mals wurde für die Kollegen mit hohen den Carbonfelgen zur ersten echten Herausforderung. Das Bremsen bei so starkem Regen ist dann doch sehr gewöhnungsbedürftig und bedarf etwas Übung mit dem Hightech material. Doch weder Holger noch Frank hatten Stürze in ihrer direkten Umgebung zu vermelden.

Die Auffahrt zum Stilfser Joch wurde dann wie erwartet zur Tortur und echten mentalen Prüfung. Das Gewitter drehte immer noch seine Runden am Stelvio und der Regen wollte und wollte nicht aufhören. Beide fuhren ihr eigenes Tempo und ihren Rhythmus. Oberhalb der Baumgrenze kam zum Regen auch noch ein ganz fieser Wind dazu, der dem Körper dann auch noch zusätzlich die letzten Körner entzog. Bei knappen 3° überquerte Frank, komplett durchnäßt und durchgefroren den Stelvio. Kurz noch eine zusätzliche Windweste über gestreift und ab ging es den Umbrailpass herunter. Der Umbrailpass ist bei top Wetterverhältnissen schon eine heiße Kiste aber bei Regen, Nebel und mit komplett durchgefrorenen Knochen ist die Abfahrt alles andere als angenehm. Doch beide TES’ler absolvierten die Abfahrt ohne Sturz oder größere Schwierigkeiten.

In St. Maria trennten sich dann die Wege von Holger und Frank. Frank, der auf der Abfahrt auch noch den letzten Rest an Körperwärme abgegeben hatte, verzichtete auf die lange Strecke und ging auf die kurze 120er Vinschgau Runde. Die ersten Kilometer in welligem Gelände nutzte Frank um mit hoher Frequenz wieder auf Temperatur zu kommen. Aber erst nach gut einer weiteren Stunde im Regen war an Druck auf dem dicken Blatt überhaupt zu denken. Er beendete die kurze Vinschgau Runde in 5:00:04.11 und gewann damit, die aus Verlegenheit und Respekt allen Startern gegenüber gegründete „Schlechtwetterwertung“.

Mission completed….

Holger wurde von seinem Kumpel Jochen, der ihn begleitet hatte, überredet doch die geplante lange Runde durchs Engadin anzugehen. Holger gestand aber auch ein, das er ohne Jochen die lange Runde nicht überstanden hätte. Er beendete die Lange Engadin Runde in 8:49:30.17 und wurde in seiner Altersklasse guter 57.er.

Jochen und Holger nach der Tour

Von den 3000 gemeldeten Teilnehmern haben letztendlich nur 859 den Weg an die Startlinie gefunden. Davon haben ganze 539 dann das Ziel erreicht. Großen Respekt an alle die bei dem Wetter-Chaos diese Grenzerfahrung auf dem Rad auf sich genommen haben. Für Holger und Frank war das nicht die letzte Teilnahme am Dreiländergiro. Die Tour bei schönem Wetter zu fahren muss das Ziel der beiden sein.

Hier noch ein paar Impressionen von unterwegs, aufgenommen von den Fotografen von sportograf.com.

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