Tag 5

Livigno – Ponte Di Legno

Die heutige Etappe lief um Welten besser als die gestriege. Michaela hat sehr gute Wideraufbauarbeit geleistet, denn Gerd hatte heute sein Formtief von gestern überwunden und zog an allen Bergen ein konstant hohes Tempo durch.

Der Start in den Tag begann sehr traurig. Der Schauspieler und Mitfahrer Heinrich Schmieder ist in der Nacht von gestern auf heute in unserm Hotel verstorben. Wir wunderten uns schon beim Frühstück warum sein Teampartner alleine am Tisch saß. Als ich vom fertig machen wieder runter an die Rezeption kam, stand Bianca den Tränen nahe und sprach mit dem Teamkollegen. Das war schon ein großer Schock, denn eigentlich machte er einen sehr fiten Eindruck und war auch während der ersten Etappen immer für ein Späßchen gut. Wir baten noch unsere Hilfe an aber das einziege was wir noch tun konnten war ihm die Not-Telefonummer der Organisation zu geben. Wir kondulierten noch und machten uns dann auf dem Weg zu Start. Als die Nachricht an Start und Ziel angekommen war, herschte betretenes schweigen. Nach einer Schweigeminute wurde die Etappe ohne die übliche Musik gestartet. Und das war eine Etappe, da kann man „Sie“ zu sagen.

Kaum aus Livigno raus gings 22% über eine Schotterpiste ab in den Himmel. Natürlcih war es wieder so, daß einer Abstieg und dann alle anderen auch vom Rad mussten. Am Passo d’Eira angekommen ging es über einen schmalen Single Trail in Richtung Trepalle. Hier merkte ich schon, daß Gerd wieder gut drauf war, denn er fuhr ein gleichmäßig hohes Tempo diese Rampe rauf. Danach ging’s wieder in den Himmel, hoch zum Passo Trela. Auch hier jagten wieder die üblichen Verdächtigen an uns vorbei aber wir wussten ja, das wir die Kollegen heute nochmal wieder sehen werden. Von da oben fuhren wir dann eine schöne Schotterabfahrt runter und dann kam wieder meine Disziplin. Ich kam mir vor wie eine Diesellock, Kette rechts und Druck aufs Pedal. Ca. 20km führte ich Gerd und noch 8 weitere „Lutscher“ am Lago di Cancano vorbei hin an den Fuß vom Passo di Verva. Da kam dann der Punkt, wo ich mich Fragte, ob Kollege Stanciu noch alle Latten am Zaun hat. Man oh man was eine Rampe. Aber der knüppelharte Anstieg wurde mit einer ca. 22km langen, technisch sehr schweren Abfahrt belohnt. Teamkollegen, ihr währt stolz auf uns gewesen, nur zwei Leute haben uns auf dem Weg nach unten überholt. Einer davon hat kurze Zeit später platt gefahren also war der auch schnell wieder einkassiert. Hier muss ich dann mal ein Lob an Schwalbe aussprechen: Die Reifen haben heute super gehalten!

Jetzt kam die dritte Kante für heute und da hab ich gedacht, daß es so etwas gar nicht gibt. Die Straße die wir hoch zum Passo Mortirolo hoch gefahren sind hatte durchschnittlich 20%. Die Passage war 24km lang und hat mir den letzten Nerv geraubt. Gerd trat von unten an wieder ein gleichmäßiges Tempo, bei dem auch ich mich sehr wohl fühlte. Auf den ersten 5km kamen vier Teams an uns vorbei geschossen, wo ich dachte, wie geht das. Nur ca. 30min später hatte sich das Thema dann auch wieder erledigt. Locker fuhren wir zwei an ihnen vorbei und ich konnte mir einen dummen Spruch nicht verkneifen. Nach dem Pass war aber noch nicht Schluß, denn Uli hatte noch etwas für uns im Petto, war nicht sehr steil aber es hat gereicht. Dann ging es wieder auf einem technisch noch schwererem Trail bergab. Hier machten sich dann auch noch einige lang aber zum Glück waren die Stürze nicht so schlimm. Wir sind die kniffligen Passagen mit Köpfchen und immer noch 10% Reserve locker runter. Die 106km mit 3500Hm haben wir in 7:32h bewältigt und waren mit unserem 55sten Platz hoch zufrieden.

Morgen geht’s über 73km und 2363Hm rüber nach Male. Wir sind schon echt gespannt, was Uli für da für uns bereit hält.

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CAPTCHA-Bild
Play CAPTCHA Audio
Bild neu laden